Freitag, 9. Januar 2015

januar°lichtblick(?) {2} oder: ein vorsatz gegen alle vorsätze


gegen alle vorsätze keine vorsätze fürs neue jahr zu fassen haben mich die beunruhigenden ereignisse der letzten tage nun doch einen vorsatz fassen lassen:

mutig sein!

wo fängt mein mut zur freien meinungsäußerung an und wo hört er auf? wo halte ich mich gegen alle überzeugung zurück, weil ich "mir schaden könnte"? (in der familie aus angst vor unnötiger auseinandersetzung, in der kleinen gemeinde aus angst vor einer nicht erteilten bewilligung...)

ich kann hier am blog nicht einfach so in den "alltag" zurückkehren. ich finde wir öffentlichen blogger haben eine verantwortung - viele haben sie übernommen, zu viele zum glück, um sie alle zu nennen, und haben gestern ebenso ein statement und/oder posts verfasst wie ich - DANKE!!!

ich wünsche mir frieden auf der welt. ich wünsche mir zivilcourage und den mut, gemeinsam friedliche wege für ein weltweites miteinander zu finden und zu gehen. ich wünsche mir, dass menschenrechte nicht mit füßen getreten werden und dass alle menschen, gleich welcher herkunft, welchen glaubensbekenntnisses, welchen alters...auch immer, gleich wertgeschätzt werden. ich wünsche mir toleranz und gegenseitigen respekt. ich wünsche mir weltoffenheit in einer längst offenen welt. ich wünsche mir das über den tellerrand schauen und weniger schnelllebigkeit. was gestern war, darf nicht heute schon wieder vergessen sein!

je suis charlie - NOUS sommes TOUS charlie !

Kommentare:

  1. auf den mut.
    1. wünschen. 2. tun.
    manchmal geht nur schweigen,
    aber das kumuliert energien,
    aus denen man schöpfen kann.
    heute, morgen und weiter.
    je suis charlie.

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    1. wenn aus dem schweigen neue energie und kraft geschöpft wird, die dann den mut hat zu tun, braucht es die worte vorher nicht. da hast du recht. nur das schweigen aus mutlosigkeit, das den kopf in den sand stecken, das lieber nicht hinschauen und wenn nur mal eben kurz, das möchte ich brechen. heute morgen und weiter, genau!

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  2. Auch bei mir weicht die Lähmung einer Neujustierung meines Standpunktes, der mir zuletzt irgendwie abhanden zu gehen drohte. Es ist mir deutlich geworden, dass ich die Werte, die wir uns seit der Aufklärung gegenüber Kirche und Herrschaft erkämpft haben, nicht aufgeben will. Ich möchte auch nicht mehr zurückfallen in Ideologien wie die, die vor 70 Jahren hier bei uns geherrscht haben. Und ich möchte für mich, meine Töchter und Enkelinnen, auch in weiterer Zukunft die Gleichberechtigung erhalten wissen und für die Frauen, die sie noch nicht haben, diese durchsetzen.
    Es ist mir wichtig, dass Gesellschaften darüber in einen Dialog treten. Wir haben ein Grundgesetz, das ein gutes Zusammenleben möglich macht.
    Ich drück dich und freu mich - jetzt besonders - über dein Bild rechts an meiner Seite!
    Astrid

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    1. jetzt und besonders - ich drück dich auch, noch inniger und noch viel bewusster.

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  3. So schnelllebig ist die Zeit gar nicht. Momentan habe ich das Gefühl, wir sind dem Mittelalter noch gar nicht entronnen...
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. mit schnellebigkeit meine ich die mediale präsenz und die aufmerksamkeit der menschen. manch einer ist heute oder aber bereits gestern wieder zur "normalen tagesordnung" übergegangen und zeigt lieber die schöne neu gekaufte tasse (verzeihung, wenn ich hier jemandem auf die füße treten sollte), als weiter einen gedanken daran oder ein wort darüber zu verlieren. unser teller ist ein kleiner. und der blick über den rand meist nur ein kurzer. dann beschäftigen sich die meisten viel lieber wieder mit ihrem eigenen tellerinhalt, weil sich kurz mal solidarisch gezeigt zu haben reicht, weiter will man sich den tag und die schöngeredete welt nicht vermiesen lassen.

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    2. Vielleicht ist aber das "zur Tagesordnung" übergehen auch eine Möglichkeit des Umgangs? Wenn ich die Berichterstattung (natürlich nur einen kleinen Teil) aus Frankreich richtig verstanden habe, dann ist Paris wieder zur Normalität zurückgekehrt, auch um zu zeigen, dass eine solche Tat das Land nicht zerbrechen kann. Ich zeige mein Entsetzen nicht auf meinem Blog, diskutiere und beschäftige mich aber trotzdem mit diesem Thema, diesem Attentat, aber auch den vielen vorherigen schlimmen Attentaten überall auf der Welt.
      Danke, dass du, neben vielen anderen, hier im Netz eine Diskussion entfacht hast!
      Liebe Grüße
      Christine

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    3. Wenn man dabei nicht aus dem Auge verliert, dass wir - und die meisten von uns leben ja schon so - mit noch mehr toleranz, mehr gemeinsam, mehr ohne feindbilder, mehr mit humor miteinander umgehen sollten, ist es auch nicht verkehrt, zurück zur tagesordnung zu kehren - was frankreich übrigens nicht gelingt, da heute gerade eben eine weitere geiselnahme paris und den gesamten polizeiapparat des landes in atem hält.
      nur meine ich, dass gerade das instrument blog, dieses mediale instrument, das sehr viel macht und öffentlichkeit besitzt - länderübergreifend, die möglichkeit birgt, mehr zu tun als nur "vor der eigenen Haustür". wir können alle zusammen etwas bewirken. sei es ein "schweigetag" auf sämtlichen miteinander vernetzten blogs - keine alltäglichen posts, ich meine auch keine "je suis charlie"-solidaritätsbekündungen, sondern zum beispiel einen tag lang jeder ein kerzenlicht als gemeinsames zeichen für frieden, respekt und werte wie meinungsfreiheit. ein tag ohne affiliate und ohne pishing nach followern. ein tag, an dem wir uns zusammenschließen und weltweit zeigen, was wir von rassismus, terrorismus, krieg und gewalt halten...

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  4. Norwegen hat auf das grauenvolle Attentat des Braun -Verirrten mit "jetzt erst recht:noch mehr Offenheit"- reagiert. Das habe ich so sehr bewundert. Und ich glaube fest, dass nur offene Herzen und Arme die Menschen retten werden- vor jeder Art des Verderbens. Und dazu braucht es genau das, liebe Dania: MUT. Wie schön, dies zu lesen bei Dir!
    Herzlichst
    Lisa

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    1. genau das meine ich unter anderem mit mut, liebe lisa! mit immer wieder neu propagierten feindbildern erreicht man gar nichts außer weiter gewalt.

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  5. Ja...Paris kommt nicht zur Ruhe...Uns bleibt hier nur Solidarität zu zeigen...und dafür zu sorgen, dass unser eigenes Umfeld friedliebender, toleranter und menschlicher wird. Ich kann mir kaum vorstellen, dass die Geschehnisse in Paris hier im Bloggerland irgendjemanden kalt lassen, doch nicht jeder ist so wortgewandt wie Raumfee oder Astrid...nicht jeder findet überhaupt Worte...und es mittlerweile auch schon sehr viel dazu gesagt...Hilft es, wenn wir schweigen...hilft es, wenn nichts anderes mehr zu Thema gemacht wird..? Ich bin nicht sicher...LG Lotta.

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    1. oh, sicherlich darf anderes zum thema gemacht werden, so meinte ich es nicht. du hast recht, vieles wurde gesagt. nicht immer muss man gewandte worte finden - und dennoch können wir alle gemeinsam herzlichkeit und offenheit in genau unseren themen hochhalten, können zeigen, dass wir mutig sind und verantwortung übernehmen, können werte hochhalten, die pfeiler unserer gesellschaft sind - du hast recht, viele von uns tun das. und doch kommt mir im moment vieles, was wir hier auf den blogs mtun (auch mich selbst meine ich damit) belanglos und banal vor. das selbstgezimmerte kleine glück - nicht falsch verstehen bitte, wir brauchen sie für uns, für unser eigenes seelenheil, diese kleinen feinen glücksmomente. die frage ist nur immer, wie sehr zimmern wir uns da eine heile welt zurecht, die draußen analog geschaut gar nicht heil ist. die krank ist und in ihren grundfesten erschüttert. wie sehr betreiben wir damit eine vogelstraußpolitik ala "die welt ist mir zuviel". und ob nicht genau das vielleicht der grund ist, weil so viele das alles nicht mehr hören wollen, was wir eigentlich zu sagen hätten, weil alles zu viel ist, weil "man eh nix ändern kann". vielleicht bin ich zu sehr kind der siebziger, aber ich glaube an eine friedliche "revolution", wenngleich die beiden worte nicht zueinanderpassen, glaube noch oder wieder daran, dass man mit mut und viel herz etwas verändern kann - im kleinen sowieso, aber auf einem so öffentlichen medium wie einem blog erst recht. und an diese verantwortung appelliere ich...
      und erschüttert hat mich dann doch, meinen feed bei bloglovin, den ich seit 6.1. nicht mehr gelesen habe zu sehen und zu sehen, dass über 80 % davon vorgestern/gestern ganz normal weiter zum teil belanglose "werbung" machen, oder sogar posts ala "heut ist ein tag zum glücklichsein" haben. dann lieber schweigen und nichts sagen, als derart unglücklich und sicherlich ungewollt daneben zu greifen.

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    2. Liebe Dania, alles, was du sagst, ist grundsätzlich richtig...gar keine Frage. Ich bin nur persönlich der Meinung, dass es noch deutlich mehr bringt, wenn man direkt vor Ort, in seiner Region, sich mehr einbringt, für Toleranz und friedliches Miteinander eintritt, zu Wahlen geht, sich ehrenamtlich betätigt ( zum Beispiel für die Integration ). Worte sind gut, Taten besser. Nein...und zur Tagesordnung sollte man definitiv nicht übergehen...Dir ein schönes Wochenende! LG Lotta.

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  6. So treffend, liebe Dania. Zivilcourage schon in ganz kleinen Schritten bringt uns mächtig voran.
    Alles Liebe!

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  7. Mein heutiger Post ist ganz ähnlich. Nur etwas mutloser, denn ich hatte mir all das schon zu Silvester gewünscht, vor Paris. Und ich frage mich die Tage, ob dieser Wunsch zu groß war.
    Im Kleinen versuche ich schon zu tun was ich kann, war oft (zu) mutig wo andere schweigen, hab mir ein blaues Auge und eine blutige Lippe geholt. Trotzdem werde ich es nicht lassen, weil ich es richtig und wichtig finde die Stimme zu erheben. Vielleicht ist es wenigstens dafür gut - dass wir im Alltag etwas mutiger dabei sind, unsere freiheitlich demokratischen Grundrechte udn die der Schwächeren zu verteidigen gegen Dummheit und Hass.

    Herzlich, Katja

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    1. im Kleinen und auch früher im beruf war/bin auch ich oft (zu) mutig. Ich habe mich vor Weihnachten dazu durchgerungen noch mehr Mut zu zeigen - Bewilligungen hin oder her - und mich für eine Bürgerliste für den gemeinderat aufstellen zu lassen. Das war/ist mein erster Schritt, wirklich mutig zu sein, da ich mit "Diplomatie" doch nichts erreiche als mich hin und her zu wenden wie ein Wurm. - Deinen heutigen Post werde ich heute Abend lesen.
      Hab Dank, liebe Katja, fürs immer wieder die Stimme erheben, auch auf dem Blog!
      Herzlichst
      Dania

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  8. liebe dania, ich finde es richtig und unglaublich wichtig, dass jeder in seinem bereich, aber auch im öffentlichen bereich gegen hass und intoleranz, gegen vorurteile und engstirnigkeit eintritt. aber das sollte man auch tun, wenn - wie noch vor ein paar tagen - bei feigen massakern in nigeria, wo über 2000 menschen abgeschlachtet wurden oder wenn in syrien tagtäglich frauen und kinder getötet, grausam misshandelt und vertrieben werden. oder wenn menschen aus afrika wie vieh auf transportschiffen auf dem meer alleingelassen werden. warum gab es keinen aufschrei, als das alles passierte (und da fasse ich mich an die eigene nase!!)? man darf seinen blick nicht nur auf mitteleuropa richten - so grauenvoll und furchtbar auch der terroranschlag auf charlie hebdo war. und ich denke, jeder geht auf seine eigene art und weise mit solch schrecklichem um.
    ganz liebe grüße von mano

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    1. Liebe Mano,
      du hast vollkommen recht, wo war mein Aufschrei da? Wo bei all den anderen Ungerechtigkeiten auf dieser Welt? Wieso erschüttert mich ein (vergleichsweise kleines) Geschehen in Frankreich mehr als ein Krieg zum Beispiel in Syrien? Zumindest hat es auf dem Blog so den Anschein. Es erschüttert mich genauso. Noch erschütternder allerdings fand ich, dass erst jetzt ein Massaker wie das in Nigeria ins mediale Licht gebracht wurde? Wie über etwas nachdenken, wenn man nichts davon erfährt?
      Ich möchte Zeichen setzen, nicht nur privat und in meinem kleinen Umfeld, wo ich es schon immer tue, sondern auch im Öffentlichen wie hier. Dass sich hier eine Diskussion entspannt, ist ein guter Anfang. Inwieweit man / ich / wir so aufklärerisch wirken können, um in manchen Menschen ein Umdenken herbeizuführen, weiß ich nicht. Aber ich bin überzeugt, dass wir als Gemeinschaft stärker sind als als Einzelkämpfer. Und diese Gemeinschaft haben wir hier, dieses tolle Netz an Bloggerfrauen und -männern.
      Du hast recht, jeder geht mit solch schrecklichem auf seine Art und Weise um, das ist auch gut so. Nur - das Wegschauen und Ignorieren, das finde ich nicht gut. Und meine Aufforderung zum Mut geht vor allem an mich selbst - öfter meine Stimme zu erheben. Öfter hinzuschauen und nicht gleich wieder weg. Auf die Nerven zu fallen, weil es wichtig ist, dass nicht vergessen wird. ... wie auch immer.

      Gerade eben fühle ich mich ziemlich klein und machtlos. Aber wer weiß, auch steter Tropfen höhlt den Stein...

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    2. da bin ich sicher, liebe dania! ich hätte zb. nie gedacht, dass gerade am montag in leipzig 30 000 gegen rassismus demonstriert haben!
      lg, mano

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  9. Liebe Dania,
    ich hatte fast eine Woche lang weder Zugang zu irgendwelchen Medien, noch war ich online. In der Nacht auf den 9. Januar schrieb ich nichts ahnend einen Post, erst gestern morgen wurde mir klar, was in Paris passiert ist und ich beschaffte mir Informationen.

    „WENN VIELE KLEINE LEUTE AN VIELEN KLEINEN ORTEN VIELE KLEINE DINGE TUN,
    KÖNNEN SIE DAS GESICHT DER WELT VERÄNDERN.“
    ...sagt ein afrikanisches Sprichwort.

    Je suis Charlie

    Judika

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    1. liebe judika,
      hab dank für das afrikanische zitat! und - ich wollte hier eigentlich niemandem etwas vorwerfen. nur mich selbst bei der nase nehmen, mutiger zu sein.
      liebe grüße
      dania

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  10. Dania, mein Kommentar wurde nach 1 Tag geloescht....mutig ? feige? Es macht doch keinen Sinn, wenn man nur Kommentare zulaesst die einem passend erscheinen. Wo bleibt da die Meinungsfreiheit? Alles Heuchelei.....

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    1. ich habe hier kein kommentar gelöscht. dein kommentar, in dem du schreibst, du seist nicht mutig und hättest dein kommentar zum jesuischarlie thema wieder gelöscht, hast du unter den vorigen post gesetzt. da ich deine ehrliche meinung, wie du es formulierst, daher nicht kenne, kann ich auch keine stellungnahme dazu abgeben. was sich hier auf meinem blog auf keinen fall befindet, ist eine plattform für kommentare mit rassistischen, antisemitischen oder anders gearteten aufhetzerischen aussagen.
      liebe grüße
      dania

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    2. http://www.newstatesman.com/mehdi-hasan/2015/01/muslim-i-m-fed-hypocrisy-free-speech-fundamentalists.
      ....das meinte ich . Bitte lesen

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    3. verzeih, aber jemand der (scheinbar ernsthaft) fragt, warum man eine religion satirisch hinterfragen darf aber nicht den holocaust - den kann ich nicht ernst nehmen. was ist denn das für ein vergleich?
      noch einmal daher hier auch dieser artikel aus dem jahr 2012: http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2012-09/religion-ideologie-respekt.
      hätten wir nicht angefangen unsere religion kritisch zu hinterfragen, würden wir noch immer frauen als hexen verbrennen und glauben, die welt sei eine scheibe. würden wir unsere bibel so ernst nehmen, müssten wir für gottesbeweise unsere söhne opfern usw.
      ich war und bin nicht einverstanden, eine gedenkveranstaltung mit "gegen den wasauchimmer" zu betiteln, ich bin für ein für, für den frieden, für ein miteinander. ein aufhetzen in welchem sinne auch immer kann ich nicht gutheißen. immer während neue feindbilder zu kreieren und auszurufen führt auch genau dazu - zu feinden und gegnern, auch wir machen uns damit zu solchen.
      auch hinterfrage ich sehr wohl die schützenswerten werte, von denen die rede ist, und ob sie nicht vielmehr vorgeschobene parameter sind für den scheinwert wirtschaft und reichtum, der offensichtlich von europäischen politikern als wertvoller gehalten wird als menschenrechte und freie meinungsfreiheit - wie sonst lässt sich andernfalls erklären, dass wir sehr wohl mit saudiarabischen scheichen rege wirtschaftliche beziehungen pflegen, in afrika, vor allem nigeria, wegschauen, da all die fürchterlichen geschehnisse dort einem unbehelligten billigen tantalabbau zur herstellung von uns ach so sehr gebrauchten und notwendigen millionsten neuen smartphones dienen, wir diplomatischst mit china verkehren, weil doch der markt, der sich dort auftut, nicht zu unterschätzen ist usw usw usw........ die liste unserer eigenen heuchelei ist ewig lange. und auch hier gilt es das ganze system, unsere wirtschaft, auf der unser westliches staatengebilde so viel mehr beruht als auf demokratie und freier meinungsfreiheit, und auch sich selbst immer wieder und immer wieder auf neueste zu hinterfragen. und damit uns bei all dem nicht die lust aufs leben vergeht, braucht es die satire, braucht es humor, braucht es, lachen zu können, denn sonst würden wir ersticken an all der ungerechtigkeit und unmenschlichkeit (wobei das ein wort ist, das es genauso zu hinterfragen gilt), die uns tagtäglich umgibt. ... ... ... (to be continued)

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  11. Dania, danke für die beiden Posts.
    Mir fehlen tatsächlich noch immer die Worte!
    Ich bin jemand der "tut", wie soll ich das erklären? Ich habe schon immer verteidigt, mich eingemischt, akzeptiert, neues staunend an mich rangelassen. Ich habe unter meiner Schar Tageskinder immerwieder Kinder aus so vielen Ländern der Welt .... musste leider 2 Mal erleben, dass Mütter aus unserem Land deshalb ihr Kind nicht mehr zu mir brachten. Einmal weil ich ein Kind aus Russland betreute, einmal einen Jungen aus Iran und einmal fast wegen eines Mädchens aus Afrika.
    Jahrelang hab ich geredet, aufgeklärt bin meiner Linie treu geblieben.
    Eine mir liebe Frau arbeitet seit über einem Jahr in Afrika. Ich unterstütze sie wo es nur geht. Auf meine Art.
    Als ich mit Susanne schwanger war wohnten wir mitten in München. Wir sind am Abend mit dem Auto nach Hause gefahren als eine Strassenbahn an der Haltestelle hielt. Unsere Auto- Ampel war rot. Eine Frau flüchtete aus der Trambahn hinter ihr her zwei Männer mit kurz geschorenen Haaren. Sie schrie lief kreuz und quer, die Männer hinterher. Sie lief wieder zur Strassenbahn zurück, dort waren noch andere Menschen. Alle haben weggeschaut. Ich bin aus dem Auto gesprungen, zwischen die Frau und die Männer gerannt, weiss nicht mehr was ich denen alles entgegengeschrieen habe. Die Frau hat sich hinter mir weinend zu verstecken versucht. Einer der Typen ging bedrohlich wirkend auf mich zu. Er war gross, ich bin klein. Ich hab ihn angebrüllt, und dann kam endlich Michael und noch ein 2.Mann und stellten sich dazwischen. Die beiden Typen brüllten ständig ausländerfeindliche Sätze. Einer drehte sich um und rannte davon, der andere wollte weiter auf die Frau losgehn. Lief aber dann plötzlich auch weg. Ich hinterher, hab ihm am Arm erwischt, und irgendwie fiel er zu Boden! Da war dann noch eine Frau, Michael kam, wir konnten den Typen halten. Aufeinmal war Polizei da. Erst dann sah ich die Frau am Boden vor der Strassenbahn sitzen. Ich wieder dorthingelaufen, sie war auch schwanger. Sie war aus dem Irak. . 2 schwangere Frauen, eine war unter Schock und eine hatte hohen Blutdruck vor lauter Aufregung, Die Frau erzählte mir später im Krankenhaus, dass sie schon 3 Trambahn-Stationen von den Männern beschimpft wurde. Niemand hat ihr geholfen.
    Ich hatte lange Zeit Kontakt mir ihr, sie ging irgendwann in die Heimat zurück und ab da hörte ich nichts mehr von ihr.

    Damals hab ich erst Wochen später Ängste bekommen. Weil aber auch einschliesslich meines alten Papas alle so geschimpft haben mit mir, ich hätte mein Baby nicht beschützt ... Michael sagt heute noch, dass er ja auch schon ausgestiegen war, durch meine Geschwindigkeit ab diesem Moment nur noch mir nachlief und Angst um mich hatte wie er nie um jemanden vorher Angst hatte.... Und um unser Kind.
    Ich kann auch heute nur sagen: So würde ich das wieder tun!
    Wenn man eine oder zwei Sekunden in solchen Momenten überlegt, dann kann es schon zu spät sein. Zu spät für das Opfer dieser Menschen.
    Es ist nicht nur Frankreich, es ist das ganze Weltgeschehen all die letzten Jahre das so schreckliche Entwicklungen nimmt.
    Nein, ich weiss auch keine Lösungen, ich weiss nur, dass ich nicht so gut schreiben kann wie Du oder viele andere Bloggerinnen.
    Und ich weiss, dass wir alle die Augen jede Sekunde offen haben müssen.
    Das afrikanische Zitat, dass Judika in ihrem Kommentar geschrieben hat hängt über meinem Bett. Wunderschön aufgeschrieben von der Freundin die in Afrika hilft. Es sagt alles .....Wir alle müssen offen sein für die klitzekleinsten Möglichkeiten etwas zu tun!
    Jede und jeder für sich so wie er es kann!

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    1. Respekt, Danke und Freude fuer deinen Mut. Dass man in solchen Momenten intuitiv und so wie du handelt, sagt viel aus.
      Aber ein Tipp....beim naechsten Mal alle Herumstehenden persoenlich ansprechen und um Mithilfe bitten. Z.b. "der Herr mit der blauen Jacke, bitte helfen Sie". Bei dieser Anrede wird niemand Hilfe verweigern und viele andere werden mithelfen, weil sie sich indirekt auch angesprochen fuehlen.

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  12. Liebe Dania, mein Kommentar war zu lang, deshalb nun zweigeteilt.

    Ich möchte gerne noch schreiben, dass mir jeden Tag bewusst ist wie gut wir hier leben. Wie sicher wir jeden Abend ins Bett gehen dürfen, auch die Kinder beschützt wissen. Und das soll und darf auch so sein.
    Ich möchte mir das beibehalten können ohne schlechtes Gewissen. Wir müssen nur jede Sekunde zur Hilfe bereit sein. Dürfen die Augen nicht zu machen. Ich wünsche so sehr, dass die Welt Platz für alle Menschen hat und dass wir friedlich miteinander leben .... Da wo die Grenzen des anderen anfangen sind meine Grenzen zu Ende.
    Es ist so schwer, die Ereignisse der letzten Tage, Monate haben mich aufgewühlt, und leider vergeht mir manchmal der Glaube an die Hoffnung, die man nie aufgeben soll ....
    liebe Grüsse
    Elisabeth

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    1. liebe elisabeth,
      hab dank fürs erzählen deiner geschichte! sie zeigt, dass wir hoffen dürfen, wenn es menschen wie dich gibt! mehr davon braucht die welt!

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  13. Liebe Dania, wenn dir die Idee der (erdrunden) Hauscollage für dein Vorhaben hilft, verwende die Idee gern weiter... Ich habe mich jetzt bis hier unten durchgelesen und wünsche dir das Beste. Ich bin ganz bei dir, finde toll, was du dir vorgenommen hast und fühle mich selbst zurückerinnert, an die Zeit vor 30 Jahren, als ich anfing mich aktiv in die (Regional)-Politik einzumischen (und nicht nur zu meckern...). Ich habe zusammen mit Anderen Einiges geschafft, aber es hat auch viel, viel Kraft gekostet (nicht nur mich, auch die Familie...). Pass gut auf dich auf! Liebe Grüße Ghislana

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herzlichen dank für deine zeit und deine worte!